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Für das In verkehr bringen von Tauchausrüstungen
in Europa ist ausschließlich die Euro-Norm zuständig, die nationale
Normen (wie z.B. die DIN-Norm) abgelöst hat. Im Falle der Atemregler
schreibt hierfür die EN 250 vor, wie ein Atemregler zu prüfen ist
bevor er auf den Markt kommen darf.
Die EN 250
Hervorzuhebende Kriterien die diesen Test in
der Druckkammer bei einer simulierten Tauchtiefe von 50 m im
Wasserbad auszeichnen, sind die Atemarbeit, der Ein- sowie der
Ausatemdruck, und bei Automaten die für den Kaltwassereinsatz
vorgesehen sind, das Verhalten im 4 °C kalten Wasserbad hinsichtlich
der Vereisungsanfälligkeit bei ansonst gleichen Testbedingungen (50
m, 62,5 l/min bei einer Testdauer von 5 min). Diese Anforderungen
sind für viele auf dem Markt befindliche Atemregler schon eine
nahezu unüberwindbare Hürde (!), wobei sich die "Spreu vom Weizen"
nicht erst bei der Kaltwasserprüfung trennt, sondern bereits bei den
Anforderungen hinsichtlich der Atemarbeit und/oder den Atemdrücken.
Dabei sind gerade diese Anforderungen relativ "herstellerfreundlich"
und wenig praxisorientiert. Ein in jeder Tiefe leichtgängiger
Atemregler ist nämlich ein wesentlicher Garant hinsichtlich der
Tauchsicherheit. So wird vor allem der Einfluss erhöhter
Atemarbeitswerte von Atemreglern auf das gefürchtete Esoufflement,
hervorgerufen durch eine Ermüdung der Atemmuskulatur, diskutiert.
Und dieser Zusammenhang ist logisch erklärbar: Je tiefer man taucht,
desto "dicker" wird die Luft. Unter Verwendung von schwergängigen
Atemreglern wendet der Taucher zu viel Energie für die Atmung auf.
Kommen dann noch Faktoren wie Strömung oder eine schwere Ausrüstung
(z.B. Kamera) hinzu, können die Folgen fatal sein. Die anfängliche
leichte Atemnot steigert sich in das Gefühl des absoluten
Lufthungers. Die Lunge ist nicht mehr in der Lage das anfallende
Kohlendioxid abzuatmen - eine schlagartige Ohnmacht setzt ein, der
Taucher ertrinkt.
Die US-Navy-Norm ist...
Wesentlicher strenger in der Prüfung von
Atemreglern verhält sich deshalb die US-Navy-Norm, die bereits 1987
in der Einleitung der Prüfvorschrift auf diese physiologisch -
atemreglertechnischen Zusammenhänge hingewiesen hatte. Aufgrund
dieser praxisorientierten Vorgaben orientiert sich zum Beispiel die
Firma Mares bei der Konstruktion von Atemreglern vorwiegend an der
US-Navy-Norm. Ein Vergleich der Testbedingungen von EN und US-Navy
zeigt folgende Tabelle:
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EN 250 |
US-Navy |
|
Testtiefe |
50 m |
60 m |
|
AMV |
62,5 l |
62,5 l |
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Kaltwassertest |
4 °C (-2 °C) |
< 0 °C (Seewasser) ~ Gefrierpunkt (ca. -
1,5 °C) |
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Testdauer |
5 min |
60 min |
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Obergrenzen: |
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Atemarbeit |
3,0 J/l |
1,4 J/l |
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Einatemdruck |
2,5 kPa |
1,5 kPa |
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Ausatemdruck |
2,5 kPa |
1,5 kPa |
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Auch der Ablauf der Kaltwasserprüfung weist
einige verschärfte Besonderheiten auf: "Alle Testatemregler werden
mit Kaltwasserkit oder Silikonfüllung ausgestattet... Die Regler
werden dann mindestens 12 Stunden lang auf eine Temperatur von -17,7
°C heruntergekühlt. Nach der Entnahme aus dem Eisschrank werden
diese in einer Eispackung zur Testkammer transportiert. Die Zweite
Stufe wird dann in einem Salzwasserbad bei < 0 °C eingetaucht und
geflutet. Der Regler wird danach entleert und an die Atemmaschine
angeschlossen... Die Auswertung wird für eine Stunde bzw. bis zum
Auftreten einer Fehlfunktion durchgeführt. Das Fluten der Zweiten
Stufe in dem 0 °C kalten Salzbad soll eine sogenannte worse case
situation (d.h. die widrigsten Bedingungen vor bzw. bei einem
Tauchgang) simulieren" (Zitat aus: Navy Experimental Diving Unit.
Report Nr. 8 - 87, August 1987 von Paul D. Morson).
...ein echtes Gütesiegel
Der Vergleich der beiden Prüfanforderungen,
deren Obergrenzen sowie des eigentlichen Prüfvorganges (siehe Zitat
US-Navy-Norm) läßt somit auch die unterschiedlichen Intentionen
dieser Normen deutlich werden: Während die Euro-Norm im wesentlichen
eine Mindestanforderung für das Inverkehrbringen von Atemreglern
darstellt, ist die US-Navy-Norm vielmehr ein echter Härtetest, der,
sofern der Atemregler diese Hürde gemeistert hat, eine eindeutige
Qualitätsaussage beinhaltet.
Das sagt
Mares zu - Atemregler im US-Navy-Test
Mit diesem Wissen werden in der werkseigenen
Prüfeinrichtung der Firma Mares in Rapallo bereits im Vorfeld der
Konstruktion von Atemreglern die Weichen gestellt. Nachdem bereits
vor sieben Jahren (September 1993) der MR 12 Voltrex erfolgreich der
US-Navy-Prüfung unterzogen wurde, vergab die Behörde erneut das
Gütesiegel an einen Mares-Regler. Diesmal ist es der MR 12 Orbiter,
der sich nun zu den Besten der besten Regler zählen darf. Das
Ergebnis spricht für sich (Zitat): "Work of Breathing results
obtained from the Orbiter clearly identify this as a superior
performing regulator, capable of surpassing the extended Performing
Goal Standard, even at reduced supply pressure." Zu deutsch
ausgedrückt: Der Orbiter unterschreitet die strengen Anforderungen
der amerikanischen Norm selbst bei reduziertem Flaschendruck (es
wurde auch mit 34 bar Versorgungsdruck gemessen). Müßig zu erwähnen,
dass alle kaltwassertauglichen Mares-Regler (der MR 22 Abyss hat
1997 ebenfalls als bester Automat in einer internen Testreihe der
US-Navy bestanden) dem Voltrex und dem Orbiter in keinster Weise
nachstehen.
Von HTM Mares
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